The Frank And Walters - Souvenirs [Fifa / Rough Trade]

Der Name “The Frank And Walters” klang für mich immer wie aus einer längst vergangenen Zeit des Pop. Ich dachte an die Achtziger, an synthielastigen Gitarrenpop. Die Wahrheit aber ist, dass die Frank And Walters aus einer Zeit stammen, die noch viel weiter zurück liegt. Denn während die Achtziger ja seit geraumer Zeit munter ihr Revival feiern, fühlen sich die mittleren Britpop-Neunziger, die Zeit, in der die Frank And Walters ihre meistbeachteten Alben veröffentlichten, viel weiter entfernt an. Und vielleicht gerade deshalb, weil ich so etwas schon so lange nicht mehr gehört habe, finde ich die neue B-Seiten und Remix-Doppel-CD-Compilation „Souvenirs“ der Band aus Irland so erfrischend und mitreißend. Das ist Britisch, wie damals die Charlatans, die Inspiral Carpets oder die Stone Roses, das ist treibend und vor allem: Hymnisch. Gerade für jemanden wie mich, der zuvor nie eine besondere Beziehung zu all den Frank And Walters-Hits hatte, ist diese CD mit all ihren Remixes ein Sammelsurium an tollen Popmelodien, bei denen ich an die guten Abende in den Indiepop-Diskotheken Kölns denken muss. An die Schienen, die man durchtanzt, bevor man von einem blöden Lied wieder von der Tanzfläche vertrieben wird.
Natürlich ist solche Musik nicht das, was man gemeinhin unter „virtuos“ versteht. Aber das ist hier gut so. Denn dank ihrer abgespeckten Arrangements erreichten die Frank And Walters immer diese bemerkenswerte Funktionalität, die es braucht, um auch in Partysituationen so richtig mitreißend zu wirken. Und mitreißend sind bei den Frank And Walters nicht nur ihre Alben, sondern verblüffenderweise auch diese Compilation. Sie funktioniert als sehr langes Album voll gepackt mit Hits, zu denen auch die Coverversionen, z.B. „I’m A Believer“ von den Monkees zählt.
Dass hier auch B-Seiten oder Remixes von sehr unterschiedlichen Künstlern vertreten sind, fällt dabei nicht besonders ins Gewicht. Denn niemand hat sich erdreistet, den Frank And Walters-Songs irgendwelche abwegigen Elemente hinzuzufügen. Die neuen Versionen funktionieren alle auf dieselbe Weise wie ihre Originale. Gut so. Denn so ist „Souvenirs“ so etwas wie eine Insel geworden, die abgeschieden von allem anderen existiert, was im Pop gegenwärtig so en vogue ist. Ob sich die Kunde vom Britpop für ein Revival durch dieses Album wieder ausbreitet, weiß ich nicht. An der Zeit wäre es irgendwie. Andererseits: „Souvenirs“ bietet mir von dem, was ich von dieser Stilart möchte, eigentlich alles.

geschrieben von Christian Steinbrink

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