Stuertz - So Lang Es Ohne Luftholen Geht [Sopot / Alive]

Ich bin sehr froh darüber, an dieser Stelle das Debüt-Album einer Hamburger Band besprechen zu dürfen, die bis heute eigentlich ein Tabula rasa - ein unbeschriebenes Blatt - ist. Diese Band schreibt keine tiefsinnigen, blumfeldigen Texte oder so. Aber dafür haben die Texte etwas anderes wunderschönes. Es wird in erster Linie das ganz normale Leben in sportlicher Alltagssprache besungen, u.a. der Ex-Freundin der eine oder andere Diss hinterher geworfen, und da ist auch schon der Abschiedskuss der neuen „Flamme“. Und in welchen Texten geht es um Steuererklärungen, Google, Rundmails von alten Mitschülern und, yeah, Mixtapes? Aber hey: Gerade in den "klein" scheinenden Dingen drücken sich die wichtigsten Dinge des Lebens aus. Vieles ist durch Reime auf dieser Scheibe verknüpft, trifft hier beizeiten wiederum meine Vorstellung von Humor.

Die ausgeklügelten, verpoppten Melodien sind wohl überlegt und harmonieren stets mit Sebastian Stuertzs gesanglichen Beobachtungen. Klarinette, Violine, Percussions, Piano, Synthies tragen neben den üblichen verdächtigen Instrumenten zu enorm leidenschaftlichen Melodiedetails bei. Leidenschaft, die perfekten - beinahe schon zu glatten - Pop hervorruft, der wie bei der Band Sport laut oder ruhig wie bei Erdmöbel oder treibend nach vorne kickend sein kann. Hatte ich nicht mal gesagt, ich mag Vergleiche nicht? Egal. Was ich sagen will: Das Album ist sehr charmant, ja, grundsympathisch. Textlich und musikalisch mit wirklich viel Liebe zum Detail. Letztendlich haben keine geringeren als Chris von Rautenkranz und Gregor Hennig der Platte den letzten Feinschliff gegeben.

Autor: Volker Stevens

Links zum Thema:
offizielle Website von Stuertz
Stuertz bei myspace


Datum: 20.06.2007, 14:29 Uhr

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