Robyn - Body Talk, Part 1 [Ministry Of Sound / Warner]

Wenn man von der Rückkehr der 90er Jahre und der damit verbundenen Dancemusik spricht und billigt, dass Emporkömmlinge wie Lady Gaga zu Ikonen ausgerufen werden, darf man keinesfalls vergessen, wer seit ebendieser Zeit mit qualitativ sehr wertiger Musik immer vorne mit dabei war, und dann muss man auch den Namen Robyn nennen. Die Schwedin, die in jungen Jahren mit ziemlich harmlosem Dancepop eher unterhielt denn überzeugte, hat sich über die Zeit und mit wachsendem Alter (und: wachsender Reife!) zu einer festen Größe gemausert, die mit ihrer doch recht prägnanten Stimme auch etliche Coproduktionen (zuletzt u.a. mit Røyksopp auf deren Album „Junior“) veredelt. 2010 muss im Grunde ihr Jahr werden: drei sehr lange EPs werden erscheinen, um ein großes Ganzes zu bilden, und „Body Talk, Part 1“ macht den Anfang. Acht Stücke sind wie gesagt drauf und changieren gekonnt zwischen minimaler Elektronik („Don’t Fuckin’ Tell Me What To Do“), Lady-Attitude („Fembot“, "None Of Dem") und Larifari-Pop mit immerhin gegebenem Mitsingfaktor. („Cry When You Get Older“). Der rote Faden der EP ist die durchweg stimmige und satte Produktion, die Synthieflächen schön wabern und Beats und Bässe amtlich knallen lässt. Im Endeffekt ist der Mehrwert aber eher gering; „Body Talk, Part 1“ ist kein Manifest des Dancepop geworden, auch wenn Robyn fraglos beweist, dass sie auf der guten Seite ist und eine Menge kann – da muss man sich nur mal die verqueren Basslines unter der poppigen Melodie von „Dancehall Queen“ anhören. Es bleibt halt trotzdem alles in allem wenig hängen und ist wie Bubblegum, den man irgendwann wegschmeißen wird wenn er nicht mehr schmeckt. Bis dahin ist die Platte aber sicher eine gute Option für die nächstgelegene Party, und wenn wir mal ehrlich sind: wann war Dancemusik je für die Ewigkeit gedacht? Das hier ist okayer, nein: guter Pop, und mehr braucht es auch gar nicht sein. Bleibt abzuwarten, wie sich die anderen beiden EPs anhören werden, und ob Robyn doch endlich der große Durchbruch zuteil wird.

Text: Kristof Beuthner





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Datum: 29.07.2010, 14:03 Uhr

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